Ökologische Lebensformen stärken!

UWE SCHNEIDEWIND in böll.brief | GRÜNE ORDNUNGSPOLITIK #11 | November 2019

In dem Beitrag geht Uwe Schneidewind dem Thema Suffizienz nach. Suffizienz ist neben Efizienz und Konstistenz eine Nachhaltigkeitsstrategie.

Dabei hat Suffizienz als Verzicht, Askese und Selbstbegrenzung einen schlechten Ruf und wird meist mit Verschlechterung gleichgesetzt. Aber was verschlechtert sich? Unser Wohlstand?

Wohlstandsanalysen der OECD brachten folgende Differenzierung zu Tage:

  1. Materieller Wohlstand, Einkommen, Arbeit und Wohnen, hägen direkt vom BIP ab.

  2. Lebensqualität, die sich aus Gesundheit, Work-Life-Balance, Bildung,Gemeinschaft, Engagement, Umwelt, Sicherheit und Zufriedenheit bildet, ist in viel geringerem Maße vom BIP abhängig.

In Wohlstandsgesellschaften zeigt sich ein Trend, dass ein Verzicht beim materiellen Wohlstand mit einem Gewinn an Lebensqualtät einhergeht.

Schneidewind bezeichnet Suffizienz als politisches Querschnittsprojekt.

Suffizienzpolitik steht damit für:

(1) einen aufgeklärten Liberalismus, der auch nachhaltigen Lebensentwürfen eine faire Chance zur Entfaltung gibt,

(2) eine auf Wohlstand ausgerichtete Ordnungspolitik, also einen Ordnungsrahmen, der die gesamte Breite aller Wohlstandsfaktoren einbezieht und sich nicht auf ökonomisches Wachstum beschränkt,

(3) eine kulturoptimistische Perspektive, die Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft befähigt, neue Wertorientierungen in politisches und unternehmerisches Handeln umzusetzen,

(4) eine gesellschaftswissenschaftlich aufgeklärte Politikgestaltung, die versteht,
dass individuelles Handeln immer in institutionelle und gesellschaftliche Kontexte eingebettet ist.

Autor: Christhard Landgraf

Quelle: https://www.boell.de/de/2019/11/14/debatten-zur-oekologie

Letzte Änderung durchVictoria Ringleb on 23. Januar 2020